Externe Festplatten mit HFS+ und NTFS

Da ich sowohl im Apple- als auch im Windows-Lager mit Begeisterung aktiv bin, wollte ich gerne jeweils eine HFS+ und NTFS-Partition auf meiner externen Festplatte einrichten – mehr oder weniger gerecht geteilt natürlich.
Wen wunderts: mit den GUI-Tools der beiden Betriebssystem war das natürlich nicht möglich.
Ich wollte NTFS haben, um auf der Platte auch große Dateien wie DVD-Images ablegen zu können. Unter OS X sind NTFS-Volumes zur Zeit nur lesbar – es ist also Abwägungssache, ob man lieber FAT32 haben möchte.

Für FAT32 und HFS+ fanden sich mehrere Anleitungen, ein wenig versteckter auch ergänzende Anweisungen für NTFS und HFS+ auf einer Festplatte. Die interessantesten Informationen fand ich hier,
aber auch als mehrjähriger Linux-User musste ich bei der Durchführung meinen Denkkasten ein wenig anstrengen, daher gebe ich hier nochmal meine eigenen Erfahrungen auf deutsch wieder.

Ich garantiere nicht, dass diese Schritte bei Euch genauso funktionieren, eine Nachahmung erfolgt natürlich auf eigene Gefahr. Wem nicht klar ist, dass bei diesen Vorgängen sämtliche Daten auf der Festplatte gelöscht werden, sollte gefälligst die Finger davon lassen, für entstehende Schäden ist jeder selbst verantwortlich.
Ich habe meine Platte übrigens unter Mac OS X 10.4 (Tiger) partitioniert, evtl. funktionieren die angegebenen Schritte mit älteren Systemversionen nicht.

Herausfinden, hinter welchem Device die Festplatte steckt

Im Terminal kann man mit dem folgenden Befehl eine Liste der aktiven Disks anzeigen. Das macht man einmal, ohne dass die externe Platte angeschaltet ist:

ls /dev/rdisk?

Wenn man danach die externe Platte anschaltet und das Ganze wiederholt, ist die externe Festplatte jetzt mit von der Partie. Merk dir die Nummer des neuen Device, z.B. rdisk2.

Partitionen erstellen

Falls sie gemountet ist, wirf die Platte im Finder aus. Um nun die Platte in zwei Partitionen aufzuteilen (HFS+ für den Mac und Fat32 für Windows), kann man z.B. folgenden Befehl benutzen:

diskutil partitionDisk diskX 2 HFS+ Mac 30G MS-DOS PC 30G

Das »X« muss natürlich durch die Device-Nummer ausgetauscht werden. Die Fat32-Partition kann später als NTFS formatiert werden – direkt erzeugen lässt sich diese am Mac nicht. Wirf die frisch erzeugten Partitionen im Finder wieder aus, dann gehts weiter:

Partitionstabelle für Windows

Mit dem Kommando »pdisk« im Terminal werden die Informationen zu den Partitionen angezeigt (das wird noch wichtig). Mit »l« (kleines L) wird pdisk zum »Listen« aufgefordert und möchte das Device der Platte wissen (in meinem Beispiel »/dev/disk3″).

Partition map (with 512 byte blocks) on '/dev/disk3'
#:                type name                     length   base      ( size )
1: Apple_partition_map Apple                        63 @ 1
2:          Apple_Free                          262144 @ 64        (128.0M)
3:           Apple_HFS Apple_HFS_Untitled_1  155975680 @ 262208    ( 74.4G)
4:          DOS_FAT_32 DOS_FAT_32_Untitled_2 156343904 @ 156237888 ( 74.6G)
5:          Apple_Free                              16 @ 312581792

Device block size=512, Number of Blocks=312581808 (149.1G)
DeviceType=0x0, DeviceId=0x0

Tja, da war ich wohl zu faul, den Speicherplatz genau auszurechnen: 128 Megabyte bleiben ungenutzt – möge es der Nachahmer besser machen. Mit »q« wird pdisk wieder verlassen. Mit dem Programm fdisk erstellen wir jetzt einen Master Boot Record, damit Windows auch »seine« Partition findet:

fdisk -e /dev/rdisk3

Nachdem mit »y« bestätigt wurde, geht es ans Einrichten der Partitionstabelle, dafür werden die Informationen aus »pdisk« benötigt. Nacheinander geben wir nun die Apple_partition_map und die beiden Daten-Partitionen für Mac und Windows ein. Der Partitionstyp »af« steht für HFS+, im Falle der Partition-Map ist das aber nur ein Notanker – dem Windows-System ist eine Apple-Partition herzlich egal, woran sich wahrscheinlich auch mit Longhorn auch nichts ändern wird ;-)

edit 1
partition id: af
edit in CHS mode? n
partition offset: 1 (der "base"-Wert aus der Zeile "Apple_partition_map")
partition size: 63 (die Länge der "Apple_partition_map")

Weiter gehts mit der HFS+-Partition (übrigens erlaubt das Terminal von OS X copy & paste):

edit 1
partition id: af (ja, das ist nun wirklich eine HFS+-Partition)
edit in CHS mode? n
partition offset: 262280
partition size: 155975680

Und nun die Fat32-Partition, für die die gesamte Partitionstabelle ja gedacht ist:

edit 3
partition id: c (entspricht Win95 FAT32L)
edit in CHS mode? n
partition offset: 156237888
partition size: 156343904

Mit dem Befehl »print« kann man das soeben eingegebene kontrollieren:

#: id  cyl  hd sec –  cyl  hd sec [     start –       size]
------------------------------------------------------------------------
1: AF    0   0   2 –    0   1   1 [         1 –         63] HFS+
2: AF   16  82   3 – 1023  91  30 [    262208 –  155975680] HFS+
3: 07 1023  91  31 – 1023  80  47 [ 156237888 –  156343904] Win95 FAT32L
4: 00    0   0   0 –    0   0   0 [         0 –          0] unused

Erst mit dem Befehl »write« wird die Partitionstabelle auch geschrieben, danach kann fdisk mit »quit« verlassen werden. Um je eine HFS+ und FAT32-Partition zu erhalten war das schon alles.

HFS+ und NTFS statt HFS+ und FAT32

Wie war das noch? Ich wollte lieber NTFS statt FAT32 gemeinsam mit HFS+ auf meine Platte bringen, um große Dateien wie DVD-Images von Wintel-PCs am Mac wenigstens lesen zu können (nicht vergessen: NTFS ist unter OS X noch nicht beschreibbar). Also wurde die Platte an einen PC mit Windows XP gestöpselt und die FAT-Partition kurzerhand mit NTFS formatiert. Das funktioniert für den PC wunderbar, der Mac jedoch glaubt dank seiner Partition-Map noch immer, es handele sich um eine FAT32-Partition und kann diese nicht mehr mounten.

Also die Platte nochmal an den Apfel stöpseln und der Platte wieder mit pdisk zu Leibe rücken. Mit »e« wird die Platte ausgewählt, »p« zeigt die Landkarte der Festplatte – hier sollte die Wintel-Partition noch als »DOS_FAT_32″ aufgelistet sein. Mit »t« lässt sich der Partitionstyp auf »Windows_NTFS« ändern.

Hiernach müssen die Änderungen mit »w« auf die Platte geschrieben werden, bevor man mit »q« das Programm verlässt und vermutlich zusieht, wie beide Partitionen gemountet werden. Fertig!

12 Reaktionen zu “Externe Festplatten mit HFS+ und NTFS”

  1. martzell

    Ich habe das auch versucht. Warum in `fdisk` zweimal hintereinander `edit 1`? Und warum `partition offset: 262280` wenn in pdisk doch `262208` als `base` angezeigt wurde? Warum `edit 3`und nicht `edit 4` für die Fat-Partition?

  2. Lars

    Es geht auch einfacher, z.B. so:

    sudo diskutil partitionDisk disk1 3 MBRFormat HFS+ Backup1 70G HFS+ Backup2 70G MS-DOS PC 120G

  3. schorsch

    Unter 10.4.6 spätestens erleichtert einem das Festplattendienstprogramm die Arbeit ungemein.
    #1 1. Partiton HFS+ mit Option GUID oder Apple Partitionstabelle, 2. Partition als Freier Speicherplatz (unallocated) belassen #2 1.Partition schützen, 2. Partition mit Option MasterBootRecord als MS Dos FAT32 formatieren. #3NTFS s.o.
    Der mit Intego PersonalBackup X3 erstellte iBook-Clone auf der HFS+-Partition ist mit Cmd+Opt+Shift+Delete über Firewire bootfähig.

  4. imYemeth

    Welch Göttergeschenk!
    Vielen Dank für die detaillierte Anleitung, es FUNKTIONIERT! Partition 1 Bootbar am Mac, Partition 2 lesbar von Windows.

    Zum Kommentar über mir drüber: Mit einem PowerPC iBook (wo nur Apple Partitionstabelle bootbar ist) und 10.4.8 ist mir das beschriebene NICHT gelungen. Die HSF+ Partition war nicht bootbar.

  5. archie79muc

    Hallo imYemeth,

    Du kannst auch nicht von einer GUID-Partition mit einem PowerPC-Mac booten, das geht nur mit dem alten Apple-Partitionschhema…

  6. TBS

    Die Anleitung hat grundsätzlich zum Erfolg geführt – habe aber noch folgende Fragen:
    1. Das Festplatten-Dienstprogramm zeigt die Mac-Partition nur noch als Format »Mac OS Extended« an; nicht mehr als »Mac OS Extended (Journaled)«. Sollte ich das wieder zurückstellen – d.h. aus dem Dienstprogramm heraus ? Oder ist das nicht zu empfehlen, weil so die Windows-Partition wieder verschwindet?
    2. Interessant ist ausserdem, dass der Partitioner die Windows-Partition als »Mac OS Extended (Journaled)« ausweist – beide Partitions übrigens unter Optionen als »Apple Partitionstabelle« !??
    3. Der letzte Schritt der Rosenhagen’schen Anleitung klappt nicht:
    pdisk
    e –> /dev/disk2
    p –> DOS_FAT_32_Untitled_2 ( The map is not writable !!
    auch w[rite] ==> The map is not writable !!?
    4. (2.) Zusatzfrage: Ist jetzt zwar nicht NTFS – aber: wieso sieht der Mac die FAT32-Partition nicht?

    Besten Dank, wenn sich jemand die Mühe nimmt und die schlauen Antworten gibt.

  7. Richard

    Umwandeln von FAT zu NTFS funktioniert nicht auf meinem
    Intel MacBook pro: pdisk: No valid block 1 on ›/dev/rdisk1′

    Geht das auch anders?

  8. Bengt

    moin,
    mit 10.5 kommt eine neue komponente, die bootcamp heisst und diese problematik zum echten flaschenhals macht. zwar ganz wunderbar die doppelmaschine. beide betriebssysteme laufen »native«, wie es heisst aber der datenaustausch ist ein richtiges problem. als echter nicht-programmiere halte ich mich von o.g. selbstverstaendlich fern. trotzdem vermisse ich freeware, die ordentlich eine datenaustausch hinbekommt, zumal bei etlichen 100 gb’s gerade bei macmini und probooks doch der interne festplattenplatz fuer zwei betriebssystem doch bald schnell eng wird. ich bin da auch eher konservativ und verwalte keine daten auf meinen systempartitionen. die sind ausschliesslich fuer programme da.

    nun da ich den mac uebredet habe – denn der kluegere gibt nach – zwei systeme zu akzeptieren moechte ich noch meinem windowslaptop beibringen mac os x zu akzeptieren. ich habe da schon ein wenig recherchiert aber um es ehrlich zu sagen als eben o.g. informatikerlaie und dazu noch alles auf englisch. nicht das ich das nicht in der schule usw. aber beim fachchinesisch hoert es dann doch auf.

    wer etwas zu diesem hat und gerade auch hfs+ fuer windows und ntfs fuer mac, das einfacher ist als hfsexplorer (eine nervige software) und billiger als macdrive von mediafour. denn ich denke bei einer installtion von mac os x auf einer windowsmaschine wird dieser dateitransfer ebenfalls der flaschenhals sein.

    mfg

    bengt

  9. physik

    Erstellen von HFS+ und NTFS Partition auf einer Platte geht noch viel einfacher, jedenfalls bei mir unter Leopard 10.5.2:
    1. MacFuse installieren (http://code.google.com/p/macfuse/) MacFUSE-Core-10.5-x.x.x.dmg
    2. Neustart
    3. NTFS-3G installieren (http://www.ntfs-3g.org/), Mac OS X dmg Package
    4. Neustart
    5. unter »Dienstprogramme« Festplatten-Dienstprogramm aufrufen
    6. Externe Platte anschließen
    7. Richtige (!!!) Platte mit Klick im linken Fenster anwählen
    8. Evtl. vorhandene Partitionen löschen (siehe entspr. Reiter im Dienstprogramm (ACHTUN!G! ALLE DATEN AUF DIESER PLATTE GEHEN VERLOREN!)
    9. »Partitionieren« anklicken
    10. Zahl der gewünschten Partitionen auswählen (Fenster »Schema«)
    11. Für jede Partition Name, Format (Filesystem) und Größe auswählen (nach Installation von NTFS-3G wird auch dieses angeboten!)
    12. »Anwenden« klicken (ACHTUNG: SPÄTESTENS JETZT GEHEN ALLE DATEN DIESER PLATTE VERLOREN!
    Fertig. Partitionen werden automatisch formatiert. NTFS ist in Mac und Windows les- und schreibbar.

  10. Bengt

    moin

    vielen dank fuer den hinweis auf macfuse und ntfs 3g. habe ich dann auch verwendet eine sehr einfache loesung und unbedingt empfehlenswert.

    der die ntfs 3g geschrieben hat gehoert einem grossen dank aber es ist auch der gleiche der den hfs-explorer gemacht hat. leider bekommt man von dem keine antwort.

    da ich sozusagen hauptsaechlich auf dem mac arbeite und daher die platten hfs+ formatiere ist sozusagen eine aehnlich schone einfache loesung wie die am mac wuenschenswert.

    hey programmiere – legt euch mal ins zeug.

    macdrive funzt sehr aber muss bezahlt werden. 50 us dollar sind ja eigentlich taschengeld und die software laesst sich ja mit visa-card auch online kaufen.
    sollte man also kaufen – doch der sparfux findet eigentlich, dass mac und windows sich da mal zusammentun und von sich aus tools anbieten sollten die funzen.

    mfg

    bengt

  11. Donky

    Hilfe!

    Ich habe auch ein Problem…es passt aber nur bedingt hier rein, nur habe ich bisher niemadn gefunden der mir helfen kann. Ich habe meine externe festplatte (bisher nur auf win-pc benutzt) an einen mac angeschlossen und dieser hat begonen die festplatte umzuformatieren…hab nach ca3% abbrechen gedrückt und nun hab ich den salat das der mac meine festplatte einfach als leer erkennt und mein win-notebook die festplatte gar nicht mehr erkennt. Kann ich da irgendwas retten??
    Bitte um ratschläge…und bin dankbar für jeden Tip!

  12. Siggi Engelbrecht

    Die o.g. Methode mit MacFuse und NTFS-3g funktioniert, hatte aber bei mir (April 2009) und einem brandneuen MacBook Air mit bootcamp und XP den Nachteil, daß zunächst XP nicht mehr bootbar war, sondern erst nach Rücksetzen der xp Partition von ntfs-3g nach ntfs. Nach erneutem Umschalten auf ntfs-3g war xp bootbar, die Zahl der »Hänger« nahm jedoch deutlich zu. Überdies konnte aus MacOs nicht mehr die xp-Partition als nächster boot angewählt werden, da bootcamp die xp-ntfs-3g-Partition nicht mehr listete. Insgesamt war das Wunschbooten beeinträchtigt, man mußte praktisch immer auf die gedrückte alt-Taste beim booten zurückgreifen.

    Aus diesen Gründen würde ich unter diesen Umständen von ntfs-3g eher abraten. Nach Deaktivieren von ntfs-3g bzw. Deaktivieren nur für die xp-Partition funktionierte alles wieder einwandfrei.

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